
Sie wissen (noch) nicht, wie man mit einer KI wie ChatGPT oder Perplexity.ai spricht? Vielleicht haben Sie schon ein bisschen herumprobiert, aber die Ergebnisse waren eher … nun ja, ausbaufähig. Kein Problem! Richtig prompten, also clevere Anfragen an die KI erstellen, ist wie eine Einkaufsliste schreiben: Es braucht Klarheit, Details und manchmal ein bisschen Übung. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie die ersten Schritte machen und nach und nach das Beste aus Ihrer KI herausholen. Ganz ohne technisches Chaos und kompliziertes Fachchinesisch.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist nichts anderes als eine Anweisung oder Frage, die Sie der KI geben. Sie sagen der KI, was sie tun soll – und die KI gibt eine Antwort. Man könnte sagen: Ein Prompt ist Ihr „Befehl“ – je klarer und durchdachter er ist, desto besser das Ergebnis.
Stellen Sie es sich so vor: Die KI ist wie ein talentierter, aber etwas chaotischer Praktikant. Wenn man ihr sagt: „Mach mal was Kreatives“, bekommt man vielleicht etwas, das irgendwie passt (oder völlig daneben ist). Von einem abstrakten Kunstwerk bis zu einem schlecht gemalten Strichmännchen kann alles dabei herauskommen. Aber wenn Sie sagen: „Male eine rosa Katze, die an einem sonnigen Tag auf einer grünen Wiese liegt“, dann ist der Praktikant plötzlich ein Künstler.
Richtig prompten: 6 Schritte für bessere Ergebnisse
1. Seien Sie so präzise wie Sherlock Holmes.
Wenn Sie der KI nur ein Stichwort geben, wird die Antwort oft vage oder langweilig. Beispiel:
- ❌ „Erzähl mir etwas über Geschichte.“
Das ergibt einen generischen Text, der niemanden vom Hocker reißt. - ✅ „Fasse in einfachen Worten zusammen, warum die Französische Revolution so wichtig war. Mache das in drei Sätzen.“
Je genauer die Aufgabenstellung (Ihr Prompt), desto besser das Ergebnis. Eine goldene Regel: Geben Sie Ihrer KI genügend Details – Zielgruppe, Stil, Länge und sogar Emotionen! Das spart Ihnen später Zeit und Mühe.
2. Kontext, Baby, Kontext!
Künstliche Intelligenz ist (noch) kein Gedankenleser. KI versteht Ihre Anfragen besser, wenn sie den „Rahmen“ kennt. Richtig prompten beginnt daher mit der Beantwortung folgender Fragen:
- Wer ist Ihre Zielgruppe?
- Welcher Stil ist gewünscht – humorvoll, ernst oder locker?
- Wie lang soll die Antwort sein?
Wenn Sie zum Beispiel eine Produktbeschreibung wünschen, sagen Sie es:
- Wer soll das Produkt kaufen?
- Was macht es besonders?
- Welchen Ton wünschen Sie – frech, seriös oder poetisch?
Beispiel:
- ❌ „Schreibe über eine Zahnbürste.“
- ✅ „Schreibe eine humorvolle Werbeanzeige für eine umweltfreundliche Bambuszahnbürste, die sich an Millennials richtet.“
3. Struktur bringt Glanz.
Wenn Sie einen gut strukturierten Text wollen, sagen Sie es! Die KI mag klare Anweisungen.
Beispiel:
- „Gib mir eine Antwort, die aus einer Einleitung, drei Tipps und einem kurzen Fazit besteht.“
So vermeiden Sie ein Durcheinander, die KI liefert Ihnen eine saubere Struktur, und Sie sparen sich die Nachbearbeitung. Win-Win, oder?
4. Experimentieren Sie mit Perspektiven!
Warum an einem langweiligen Standard festhalten? Lassen Sie die KI kreativ werden: Lassen Sie die KI in Rollen schlüpfen!
- „Erkläre mir das so, dass es ein 5-jähriges Kind versteht.“
- „Schreibe so wie ein Nachrichtensprecher.“
- „Beschreibe es aus der Sicht eines Wissenschaftlers.“
- „Erkläre es wie ein Professor an der Universität.“
Das funktioniert erstaunlich gut, weil die KI gezielt auf Wissen und Tonalität zugreift. Genauer gesagt greifen Sprachmodelle auf statistische Muster aus großen Textmengen zurück und können dadurch unterschiedliche Schreibstile imitieren.
So entsteht manchmal eine Magie, die man nicht erwartet hätte.
5. Meckern ist in Ordnung – die KI mag Feedback.
Das erste Ergebnis ist selten perfekt – und das ist völlig okay. Lassen Sie die KI nachbessern.
- „Kannst du die Antwort kürzer fassen?“
- „Füge mehr Emotionen hinzu.“
- „Mach den Ton förmlicher.“
Scheuen Sie sich nicht, die Ergebnisse mehrmals anzupassen. Richtig prompten muss man üben! Oft erreicht man erst nach mehreren Versuchen die besten Ergebnisse.
6. Testen Sie die Kreativität der KI.
Haben Sie Spaß beim Prompten! Fragen Sie zum Beispiel:
- „Erkläre mir, wie ein Toaster funktioniert – aber mach es poetisch.“
- „Schreibe eine Motivation, mich zum Sport zu überreden, als wärst du ein Cheerleader.“
- „Fasse es zusammen wie eine Schlagzeile in der BILD-Zeitung.“
So merkt man schnell, wie flexibel und kreativ KI ist – und wie viel Spaß man damit haben kann. Gesetzestexte im Stil von Goethe würden Ihnen ohne KI sicher nicht so leicht von der Hand gehen …
Sie können auch einfach Beispiele oder Stile als Referenz verwenden. Haben Sie einen Lieblingsautor oder eine Lieblingswerbung? Teilen Sie der KI Ihre Inspirationsquelle mit:
- „Schreibe wie eine Mischung aus Hemingway und einem Kinderarzt.“
- „Schreibe im Stile einer Schlagzeile aus der BILD-Zeitung.“
Richtig prompten: Übung macht den Meister!
KI ist kein Hexenwerk, sondern ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug braucht es ein bisschen Übung, um es richtig zu nutzen. Die KI arbeitet für Sie – aber nur, wenn Sie sie auch „anständig füttern“. Shit in, shit out (klingt böse, ist aber so). Je klarer Ihre Anweisungen sind, desto mehr Zeit und Nerven sparen Sie. Sie steuern die KI, nicht umgekehrt. Prompten ist wie ein gutes Briefing. „Füttern“ Sie Ihren Prompt mit allen relevanten Infos:
- Kontext: Wer stellt die Aufgabe? Beispiel: „Agiere als der beste Social-Media-Manager der Welt.“
- Aufgabe: Was genau ist die Aufgabe? Beispiel: „Schreibe …“, „Erstelle mir einen Beitrag …“, „Fasse … zusammen“
- Gewünschtes Ergebnis: Welche Art von Inhalt soll erstellt werden? Beispiel: „Erstelle mir einen Blogbeitrag …“
- Plattform: Für welche Plattform soll der Inhalt erstellt werden? Beispiel: Facebook
- Länge: Wie lang soll der Inhalt sein? Beispiel: „Schreibe mindestens 500 Wörter.“
- Zielgruppe: An wen richtet sich der Inhalt? Beispiel: „Schreibe für Mütter im Alter von 18-25 Jahre.“
- Ziel: Was soll mit dem Inhalt erreicht werden? Beispiel: „Überzeuge sie von …“
- Tonalität: Wie soll der Inhalt klingen? Beispiel: „ruhig, geheimnisvoll, spannend, lustig“
- Call to action (CTA): Was soll die gewünschte Zielgruppe nach dem Lesen des Inhalts tun? Beispiel: „Angebot xy gratis testen“
Am Ende kommt es nur darauf an, kreativ zu bleiben und die KI als Partner (oder wie ich als Praktikant) zu sehen. Und mal ehrlich, wer liebt nicht das Gefühl, mit ein paar Wörtern etwas Geniales zu erschaffen?
Vorsicht! KI ist kein Allheilmittel
Wenn Sie Texte veröffentlichen wollen, heißt es: Wachsam sein. Aktuelle Sprachmodelle besitzen kein menschliches Verständnis, sondern berechnen auf Basis riesiger Datenmengen die wahrscheinlichste nächste Wortfolge. Dabei kann es vorkommen, dass die KI plausibel klingende, aber falsche Informationen erzeugt. Dieses Phänomen wird als „Halluzination“ bezeichnet.
Ein Beispiel: Wenn Sie ChatGPT nach einer Quelle oder Studie fragen, kann das Modell Zitate generieren, die gar nicht existieren, aber sehr glaubwürdig wirken.
Umso wichtiger ist es deshalb, immer mit gesundem Menschenverstand an die Sache heranzugehen. Verwenden Sie für faktenbasierte Inhalte Tools wie Perplexity oder prüfen Sie Quellen zusätzlich selbst.
Mehr dazu erfahren Sie in meinem Artikel KI Lektorat – 7 Gründe, warum KI keinen Menschen ersetzen kann.
Häufige Fragen zum Prompten mit KI
Muss ich beim Prompten immer vollständige Sätze schreiben?
Nein. Künstliche Intelligenz kann auch mit Stichwörtern oder fragmentarischen Eingaben arbeiten. Moderne Sprachmodelle erkennen auch in kurzen oder unvollständigen Eingaben Muster und Zusammenhänge. Trotzdem gilt: Je klarer und vollständiger ein Prompt formuliert ist, desto besser wird in der Regel die Antwort ausfallen.
Vollständige Sätze liefern der KI mehr Kontext und helfen ihr, die gewünschte Aufgabe besser zu verstehen. Besonders bei komplexeren Aufgaben, wie beispielsweise Blogartikeln, Marketingtexten oder Analysen, lohnt es sich daher, den Prompt wie ein kleines Briefing zu formulieren.
Ein guter Prompt enthält idealerweise Informationen zu
- Rolle,
- Aufgabe,
- Zielgruppe,
- gewünschter Tonalität sowie
- Länge oder Format des Textes.
Je präziser diese Angaben sind, desto relevanter und strukturierter fällt in der Regel die Antwort aus.
Wie lang sollte ein guter Prompt sein?
Ein guter Prompt muss nicht besonders lang sein, entscheidend ist die Klarheit der Informationen. Für einfache Aufgaben reicht oft ein kurzer Prompt aus.
Beispiel: „Fasse diesen Text in drei Sätzen zusammen.”
Bei komplexeren Aufgaben, wie etwa Blogartikeln, Marketingtexten oder Analysen, sollte der Prompt dagegen mehr Kontext enthalten. Dazu gehören zum Beispiel:
- Zielgruppe
- gewünschter Stil
- Länge des Textes
- Struktur oder Format
Ein hilfreicher Grundsatz lautet: So kurz wie möglich, aber so präzise wie nötig. Je klarer die Erwartungen formuliert sind, desto besser kann die KI darauf reagieren.
Warum funktioniert mein Prompt nicht?
In den meisten Fällen liegt das Problem nicht bei der KI, sondern beim Prompt. Sprachmodelle wie ChatGPT liefern nur dann gute Ergebnisse, wenn die Anfrage klar formuliert ist.
Typische Ursachen sind:
- Der Prompt ist zu vage („Schreibe etwas über Marketing.“).
- Es fehlt Kontext (Zielgruppe, Ziel oder Stil).
- Es wird keine Struktur vorgegeben.
- Es werden zu viele Aufgaben gleichzeitig gestellt.
Die einfache Lösung: Formulieren Sie Ihren Prompt wie ein kurzes Briefing mit klarer Aufgabe, Zielgruppe und gewünschtem Ergebnis. Je präziser der Prompt, desto besser die Antwort.
Warum liefert die KI manchmal oberflächliche Antworten oder wiederholt dieselben Floskeln?
In vielen Fällen liegt das nicht an der Leistungsfähigkeit der KI, sondern an der Formulierung des Prompts. Wenn eine Anfrage sehr allgemein formuliert ist, beispielsweise „Erzähl mir etwas über Marketing“, greift das Sprachmodell auf typische Standardformulierungen zurück. Das Ergebnis wirkt dann oft oberflächlich oder austauschbar.
Um bessere Antworten zu erhalten, sollten Sie der KI deshalb mehr Kontext geben, zum Beispiel:
- Für wen ist der Text gedacht?
- Wie tief soll das Thema behandelt werden?
- Welcher Stil ist gewünscht?
Ein präziser Prompt könnte zum Beispiel so aussehen:
❌ „Was ist gutes Marketing?“
✅ „Erkläre einem Start-up-Gründer in lockerer Sprache, warum Content-Marketing langfristig erfolgreicher ist als klassische Werbung.“
Mithilfe zusätzlicher Informationen kann die KI besser erkennen, welche Art von Antwort erwartet wird.
Kann ich der KI beibringen, wie ich schreibe?
Teilweise ja. Sprachmodelle können Schreibstile sehr gut imitieren, sofern sie entsprechende Beispiele erhalten. Wenn Sie der KI einen eigenen Text geben und sie bitten, denselben Stil zu verwenden, kann sie typische Merkmale wie beispielsweise die Satzlänge, den Tonfall, die Struktur oder die Wortwahl übernehmen.
Ein hilfreicher Prompt könnte wie folgt lauten: „Schreibe im Stil des folgenden Textes. Nutze ähnliche Satzlängen, denselben Tonfall und eine vergleichbare Struktur.“
Diese Methode eignet sich besonders gut für Blogartikel, E-Mails oder Social-Media-Posts.
Warum sind KI-Antworten manchmal falsch, obwohl sie plausibel klingen?
Sprachmodelle erzeugen Texte auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten. Sie berechnen, welche Wortfolge nach einer Eingabe am wahrscheinlichsten folgt. Dabei greifen sie auf Muster aus großen Textmengen zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass die KI Informationen automatisch überprüft. In manchen Fällen kann das Modell daher plausibel klingende, aber falsche Aussagen erzeugen. Dieses Phänomen wird als KI-Halluzination bezeichnet.
Besonders bei folgenden Inhalten sollten Sie die Ergebnisse immer überprüfen:
- Studien und wissenschaftliche Quellen
- Statistiken und Zahlen
- Zitate oder Literaturangaben
Tipp: Für faktenbasierte Recherchen können KI-Systeme wie Perplexity hilfreich sein, da sie häufig direkte Quellen anzeigen. Dennoch gilt auch hier: Wichtige Informationen sollten immer zusätzlich geprüft werden.
Kann die KI auch Bilder erzeugen?
Ja, moderne Bild-KI kann aus einer textlichen Beschreibung ein Bild generieren. Dieses Verfahren wird als Text-to-Image-Generierung bezeichnet. Zu den bekanntesten Tools gehören Midjourney, Leonardo.ai oder Stable Diffusion. Dabei beschreiben Sie im Prompt möglichst genau, wie das Bild aussehen soll. Je präziser die Beschreibung ist, desto besser wird das Ergebnis.
Ein Beispiel für einen Bild-Prompt könnte lauten: „Eine futuristische Stadt bei Nacht mit fliegenden Autos und Neonlichtern im Stil eines Cyberpunk-Films.”
Bild-KIs benötigen oft noch etwas mehr Übung beim Prompten als Text-KIs, da Details wie Perspektive, Stil, Licht oder Farbgebung eine große Rolle spielen.
Tipp: Ein guter Bildprompt ist oft so präzise wie eine Regieanweisung: Stilrichtungen, Farbtöne und Perspektiven sollten gut beschrieben werden.
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Über die Autorin:
Anja Jefremow ist Diplom-Medienwirtin (FH), zertifizierte Lektorin (ADM) und Gründerin der Korrektureule. Seit über 20 Jahren schreibt, redigiert und optimiert sie mit fundierter Erfahrung in den Themenbereichen Marketing, PR und Kommunikation Texte für Unternehmen, Agenturen und Privatpersonen. Mit ihrem präzisen Blick für Details und ihrer kreativen Leidenschaft sorgt sie dafür, dass Texte nicht nur fehlerfrei sind, sondern auch zielsicher ankommen und wirken.
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