Richtig prompten für Anfänger – 6 Schritte für perfekte KI-Ergebnisse

Richtig prompten ist gar nicht so schwer … © Matheus Bertelli
Richtig prompten ist gar nicht so schwer … © Matheus Bertelli

Sie wissen (noch) nicht, wie man mit einer KI wie ChatGPT oder Perplexity.ai spricht? Vielleicht haben Sie schon ein bisschen herumprobiert, aber die Ergebnisse waren eher … nun ja, ausbaufähig. Kein Problem! Richtig prompten, also clevere Anfragen an die KI erstellen, ist wie eine Einkaufsliste schreiben: Es braucht Klarheit, Details und manchmal ein bisschen Übung. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie die ersten Schritte machen und nach und nach das Beste aus Ihrer KI herausholen. Ganz ohne technisches Chaos und kompliziertes Fachchinesisch.

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist nichts anderes als eine Anweisung oder Frage, die Sie der KI geben. Sie sagen der KI, was sie tun soll – und die KI gibt eine Antwort. Man könnte sagen: Ein Prompt ist Ihr „Befehl“ – je klarer und durchdachter er ist, desto besser das Ergebnis.

Stellen Sie es sich so vor: Die KI ist wie ein talentierter, aber etwas chaotischer Praktikant. Wenn man ihr sagt: „Mach mal was Kreatives“, bekommt man vielleicht etwas, das irgendwie passt (oder völlig daneben ist). Von einem abstrakten Kunstwerk bis zu einem schlecht gemalten Strichmännchen kann alles dabei herauskommen. Aber wenn Sie sagen: „Male eine rosa Katze, die an einem sonnigen Tag auf einer grünen Wiese liegt“, dann ist der Praktikant plötzlich ein Künstler.

Richtig prompten: 6 Schritte für bessere Ergebnisse

1. Seien Sie so präzise wie Sherlock Holmes.

Wenn Sie der KI nur ein Stichwort geben, wird die Antwort oft vage oder langweilig. Beispiel:

  • ❌ „Erzähl mir etwas über Geschichte.“
    Das ergibt einen generischen Text, der niemanden vom Hocker reißt.
  • ✅ „Fasse in einfachen Worten zusammen, warum die Französische Revolution so wichtig war. Mache das in drei Sätzen.“

Je genauer die Aufgabenstellung (Ihr Prompt), desto besser das Ergebnis. Eine goldene Regel: Geben Sie Ihrer KI genügend Details – Zielgruppe, Stil, Länge und sogar Emotionen! Das spart Ihnen später Zeit und Mühe.

 

2. Kontext, Baby, Kontext!

Künstliche Intelligenz ist (noch!) kein Gedankenleser. KI versteht Sie besser, wenn sie den „Rahmen“ kennt. Richtig prompten beginnt daher mit der Beantwortung folgender Fragen:

  • Wer ist Ihre Zielgruppe?
  • Welcher Stil ist gewünscht – humorvoll, ernst oder locker?
  • Wie lang soll die Antwort sein?

Wenn Sie zum Beispiel eine Produktbeschreibung wünschen, sagen Sie es:

  • Wer soll das Produkt kaufen?
  • Was macht es besonders?
  • Welchen Ton wünschen Sie – frech, seriös oder poetisch?

Beispiel:

  • ❌ „Schreibe über eine Zahnbürste.“
  • ✅ „Schreibe eine humorvolle Werbeanzeige für eine umweltfreundliche Bambuszahnbürste, die sich an Millennials richtet.“

 

3. Struktur bringt Glanz.

Wenn Sie einen gut strukturierten Text wollen, sagen Sie es! Die KI mag klare Anweisungen.

Beispiel:

  • „Gib mir eine Antwort, die aus einer Einleitung, drei Tipps und einem kurzen und prägnanten Fazit besteht.“

So vermeiden Sie ein Durcheinander, die KI liefert Ihnen eine saubere Struktur, und Sie sparen sich die Nachbearbeitung. Win-Win, oder?

 

4. Experimentieren Sie mit Perspektiven!

Warum an einem langweiligen Standard festhalten? Lassen Sie die KI kreativ werden: Lassen Sie die KI in Rollen schlüpfen!

  • „Erkläre mir das so, dass es ein 5-jähriges Kind versteht.“
  • „Schreibe so wie ein Nachrichtensprecher.“
  • „Beschreibe es aus der Sicht eines Wissenschaftlers.“
  • „Erkläre es wie ein Professor an der Universität.“

Das funktioniert erstaunlich gut, weil die KI dabei gezielt auf Wissen und Tonalität zugreift. Manchmal entsteht Magie, die man nicht erwartet hätte.

 

5. Meckern ist in Ordnung – die KI mag Feedback.

Das erste Ergebnis ist selten perfekt – und das ist völlig okay. Lassen Sie die KI nachbessern.

  • „Kannst du die Antwort kürzer fassen?“
  • „Füge mehr Emotionen hinzu.“
  • „Mach den Ton förmlicher.“

Scheuen Sie sich nicht, die Ergebnisse mehrmals anzupassen. Richtig prompten muss man üben! Oft erreicht man erst nach mehreren Versuchen die besten Ergebnisse.

 

6. Testen Sie die Kreativität der KI.

Haben Sie Spaß beim Prompten! Fragen Sie zum Beispiel:

  • „Erkläre mir, wie ein Toaster funktioniert – aber mach es poetisch.“
  • „Schreibe eine Motivation, mich zum Sport zu überreden, als wärst du ein Cheerleader.“
  • „Fasse es zusammen wie eine Schlagzeile in der BILD-Zeitung.“

So merkt man schnell, wie flexibel und kreativ KI ist – und wie viel Spaß man damit haben kann. Gesetzestexte im Stil von Goethe würden Ihnen ohne KI sicher nicht so leicht von der Hand gehen …

Sie können auch einfach Beispiele oder Stile als Referenz verwenden. Haben Sie einen Lieblingsautor oder eine Lieblingswerbung? Teilen Sie der KI Ihre Inspirationsquelle mit:

  • „Schreibe wie eine Mischung aus Hemingway und einem Kinderarzt.“
  • „Schreibe im Stile einer Schlagzeile aus der BILD-Zeitung.“

 

Richtig prompten: Übung macht den Meister!

KI ist kein Hexenwerk, sondern ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug braucht es ein bisschen Übung, um es richtig zu nutzen. Die KI arbeitet für Sie – aber nur, wenn Sie sie auch „anständig füttern“. Shit in, shit out (klingt böse, ist aber so). Je klarer Ihre Anweisungen sind, desto mehr Zeit und Nerven sparen Sie. Sie steuern die KI, nicht umgekehrt. Prompten ist wie ein gutes Briefing. „Füttern“ Sie Ihren Promp mit allen relevanten Infos:

  • Kontext: Wer stellt die Aufgabe? Beispiel: „Agiere als der beste Social-Media-Manager der Welt.“
  • Aufgabe: Was genau ist die Aufgabe? Beispiel: „Schreibe …“, „Erstelle mir einen Beitrag …“, „Fasse … zusammen“
  • Gewünschtes Ergebnis: Welche Art von Inhalt soll erstellt werden? Beispiel: „Erstelle mir einen Blogbeitrag …“
  • Plattform: Für welche Plattform soll der Inhalt erstellt werden? Beispiel: Facebook
  • Länge: Wie lang soll der Inhalt sein? Beispiel: „Schreibe mindestens 500 Wörter.“
  • Zielgruppe: An wen richtet sich der Inhalt? Beispiel: „Schreibe für Mütter im Alter von 18-25 Jahre.“
  • Ziel: Was soll mit dem Inhalt erreicht werden? Beispiel: „Überzeuge sie von …“
  • Tonalität: Wie soll der Inhalt klingen? Beispiel: „ruhig, geheimnisvoll, spannend, lustig“
  • Call to action (CTA): Was soll die gewünschte Zielgruppe nach dem Lesen des Inhalts tun? Beispiel: „Angebot xy gratis testen“

Am Ende kommt es nur darauf an, kreativ zu bleiben und die KI als Partner (oder wie ich als Praktikant) zu sehen. Und mal ehrlich, wer liebt nicht das Gefühl, mit ein paar Wörtern etwas Geniales zu erschaffen?

Aber Vorsicht! KI ist kein Allheilmittel. Vor allem, wenn Sie Texte veröffentlichen wollen, heißt es: Wachsam sein.
Mehr dazu erfahren Sie in meinem Artikel KI Lektorat – 7 Gründe, warum KI keinen Menschen ersetzen kann.

Häufige Fragen zum Prompten mit KI

Muss ich beim Prompten immer vollständige Sätze schreiben?

Nein, aber Sie sollten es tun. Die meisten KI-Modelle, insbesondere ChatGPT, verarbeiten auch fragmentarische Eingaben oder Stichworte. Je klarer und vollständiger jedoch ein Prompt formuliert ist, desto besser wird die Antwort – inhaltlich, strukturell und stilistisch. Dazu muss man wissen, dass Künstliche Intelligenz auf Mustererkennung basiert. Ganze Sätze liefern der KI mehr sprachliche und semantische „Ankerpunkte“. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Antwort relevant und präzise ist. Betrachten Sie Prompts daher eher wie ein Briefing und nicht nur als Google-Stichworteingabe.

Warum liefert die KI manchmal oberflächliche Antworten oder wiederholt dieselben Floskeln?

Das liegt in den meisten Fällen am Prompt selbst und nicht an der „Dummheit“ der KI. Wenn die Eingabe zu vage ist („Erzähl mir etwas über Marketing“) oder keine klaren Parameter enthält, greift das Modell auf die wahrscheinlichsten Standardformulierungen zurück. Das Ergebnis sind Textbausteine und Floskeln, die Sie vielleicht schon hundertmal gelesen haben.

Die Lösung: Geben Sie Zielgruppe, Tonfall, Kontext und gewünschte Tiefe an.

Beispiel:

❌ „Was ist gutes Marketing?“
✅ „Erkläre einem Start-up-Gründer in lockerer Sprache, warum Content-Marketing langfristig erfolgreicher ist als klassische Werbung.“

Damit liefern Sie der KI nicht nur ein Thema, sondern auch eine kommunikative Richtung.

Kann ich der KI beibringen, wie ich schreibe?

Teilweise, und das mit erstaunlich guten Ergebnissen. KI-Modelle wie ChatGPT lernen im konkreten Gesprächsverlauf. Wenn Sie der KI also Ihren Schreibstil vormachen, beispielsweise durch ein Textbeispiel, typische Formulierungen oder Ihre bevorzugte Struktur, kann sie diesen imitieren. Wichtig: Je konsistenter Sie im Prompten sind, desto besser funktioniert die Stilübernahme.

Profi-Tipp: Verwenden Sie Meta-Prompts wie: „Schreibe im Stil des Textes, den ich gleich poste. Nutze denselben Tonfall, ähnliche Satzlänge und denselben Aufbau.“ Das funktioniert besonders gut bei Blogartikeln, E-Mails oder Social-Media-Posts.

Warum sind KI-Antworten manchmal falsch, obwohl sie plausibel klingen?

Ganz einfach: Weil aktuelle Sprachmodelle nicht verstehen, sondern Wahrscheinlichkeiten berechnen. Die KI erzeugt auf Basis riesiger Datenmengen die wahrscheinlichste nächste Wortfolge, überprüft jedoch keine Fakten. Dieses Phänomen wird als „Halluzination“ bezeichnet: Die Antwort klingt korrekt, ist aber frei erfunden.

Ein Beispiel: Fragen Sie ChatGPT nach einer Quelle oder Studie, so kann das Modell Zitate generieren, die gar nicht existieren, aber sehr glaubwürdig wirken. Umso wichtiger ist es, immer mit gesundem Menschenverstand ans Werk zu gehen: Verwenden Sie für faktenbasierte Inhalte Tools wie Perplexity.ai oder fordern Sie die KI gezielt zur Angabe echter Quellen auf. Und vergessen Sie nicht, die Ergebnisse immer noch einmal zu prüfen – die Verantwortung liegt bei Ihnen.

Kann die KI auch Bilder erzeugen?

Ja, und das erstaunlich gut. Tools wie DALL·E 3 (das direkt in ChatGPT integriert ist), Midjourney, Leonardo.ai oder Stable Diffusion ermöglichen die sogenannte „Text-to-Image“-Bildgenerierung auf Textbasis. Sie geben ein detailliertes Prompt ein und die KI erzeugt ein Bild.

Beispiel-Prompt: „Zeige eine futuristische Stadt bei Nacht mit fliegenden Autos in Neonfarben im Stil eines Cyberpunk-Films.“

Wichtig: Bild-KI benötigt oft mehr Übung beim Prompten als Text-KI. Ein guter Bildprompt ist oft so präzise wie eine Regieanweisung: Stilrichtungen, Farbtöne und Perspektiven sollten im Prompt gut beschrieben werden.

 

Brauchen Sie Hilfe beim Prompten oder ein zweites Paar Augen, um Ihre Dokumente zu korrigieren?

Die Korrektureule steht Ihnen jederzeit gern mit Rat und Tat zur Seite.
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Über die Autorin:

Anja Jefremow ist Diplom-Medienwirtin (FH), zertifizierte Lektorin (ADM) und Gründerin der Korrektureule. Seit über 20 Jahren schreibt, redigiert und optimiert sie mit fundierter Erfahrung in den Themenbereichen Marketing, PR und Kommunikation Texte für Unternehmen, Agenturen und Privatpersonen. Mit ihrem präzisen Blick für Details und ihrer kreativen Leidenschaft sorgt sie dafür, dass Texte nicht nur fehlerfrei sind, sondern auch zielsicher ankommen und wirken.
Mehr über Anja unter Die Korrektureule oder per Mail: info@korrektureule.de.